Die jährliche Tagung der IBITA findet vom 02.-04. September 10 in Brasilien statt.
Neben politischen und organisatorischen Themen steht der fachliche Austausch im Vordergrund.
– Konsenspapier über die Sichtweise und die Behandlung des UMNS –
Erste Ergebnisse der „Bennewitzer Gespräche“
6 Jahre nach Gründung der Arbeitsgruppe „Bennewitzer Gespräche“ werden nun die ersten Ergebnisse in Fachzeitschriften (Physiopraxis 08/10 und Neurologie und Rehabilitation /in progress) veröffentlicht. Es wurde ein Konsenspapier erarbeitet, welches neben den aktuellen neurobiologischen Hintergründen auch konkrete Hilfestellungen für die Therapie von Menschen nach einer Schädigung des Oberen Motor Neurons (UMNS) anbietet.
Initiiert wurde diese Arbeitsgruppe von Frau Hille Viebrock (damals 1. Vorsitzende der Vereinigung der Bobath-Therapeuten, heute Koordinatorin des Wissenschaftsbeirates der Vereinigung), Frau Frauke Biewald (damals 1. Vorsitzende der VeBID, Verein der Bobath-InstruktorInnen Deutschland und Österreich e.V.) und Herrn Prof. Horst Hummelsheim (Neurowissenschaftler und ärztlicher Direktor der Sachsenklinik in Bennewitz / Leipzig). So trafen sich im April 2004 Neurowissenschaftler und Vertreter des Bobath-Konzeptes zu einer konstituierenden Sitzung und die Arbeitsgruppe „Bennewitzer Gespräche“ wurde ins Leben gerufen. Mitglieder sind Prof. Horst Hummelsheim, Prof. Michael Jöbges, Priv.Doz. Dr. Hartwig Woldag, Dr. Caroline Renner, Frauke Biewald, Gabriele Eckhardt MSc., Gerlinde Haase, Christoph Hofstetter, Viktor Urquizo und Hille Viebrock. Weitere Mitglieder der VeBID arbeiten dieser Arbeitsgruppe zu und sind daher am Austausch beteiligt.
Die Arbeit begann!
Zu dieser Zeit galt das Bobath-Konzept aus der Sicht vieler Neurowissenschaftler als veraltet und nicht mehr zeitgemäß. So war es allen Beteiligten ein Anliegen, sich vorab gegenseitig die jeweiligen aktuellen Vorgehensweisen in der Neurorehabilitation vorzustellen und dies miteinander abzugleichen. Viele Vorurteile und Vorbehalte bezüglich des Bobath-Konzeptes konnten somit aus dem Weg geräumt werden und es entstand ein Arbeitsklima, welches ein wirkliches „Miteinander“ erlaubte und den Wunsch nach weiterer Zusammenarbeit entstehen ließ.
Das Ergebnis kann sich auf zwei Ebenen sehen lassen!
1. Es entstand ein Konsenspapier über die therapeutische Vorgehensweisebei Patienten mit Fähigkeitsstörungen nach einer Schädigung des Oberen Motor Neurons in allen Phasen der Rehabilitation. Der theoretische Hintergrund für das therapeutische Handeln entspricht den neusten internationalen wissenschaftlichen Erkenntnissen und wird gut strukturiert und verständlich dargestellt. Die Darstellung der Umsetzung in die Praxis zeigt die Integration von evidenzbasierten Maßnahmen und fokussiert die konzeptionelle, prinzipielle, methodische und technische Vorgehensweise des Bobath-Konzeptes.
2. Namenhafte Neurowissenschaftler erklären sich öffentlich für das Bobath-Konzept und empfehlen es als Richtschnur für die Rehabilitation. Prof. Horst Hummelsheim beschreibt das Bobath-Konzept als wissenschaftlich gut begründete Behandlungskonzeption auf der Höhe der Zeit. Sowohl Herr Prof. Hummelsheim als auch Prof. Jögbes sind seit 2007 dem Wissenschaftsbeirat der Vereinigung beigetreten und arbeiten somit auch auf dieser Ebene aktiv an der Erarbeitung einer wissenschaftlich anerkannten Evidenz für das Bobath-Konzept.
Diese Ergebnisse sind wahrlich erfreulich, erhöhen aber auch den Druck auf alle Bobath-Therapeuten ihr Wissen ständig zu hinterfragen und zu aktualisieren. Dies gilt gleichermaßen für alle Therapeuten, für Bobath-Lehrer in den Fachschulen und natürlich auch für die Bobath-Instruktoren der VeBID. Nur wenn alle an einem Strang ziehen wird das Bobath-Konzept seinen großen Stellenwert in der Neurorehabilitation behalten und weiterhin weltweit den Therapeuten und den Patienten zur Verfügung stehen.
Gabriele Eckhardt
im Namen der Bennewitzer Gruppe
Vom 15. - 18.04.2010 fand die Mitgliederversammlung der VeBID in Hamburg statt.
Neben politischen und organisatorischen Themen standen die Ausarbeitungen des "Masterplans" im Vordergrund.
Hier werden kursrelevante Themen in Arbeitsgruppen erarbeitet, aktualisiert und vertieft. Sie beinhalten evidence basierte Maßnahmen für alle Phasen in der Neurorehabilitation.